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![]() Guten Tag Frau Haase,wir mußten uns von Finch, den wir im März 2001 aus dem Tierheim geholt hatten, verabschieden. Wir haben keinen Tag bereut, dass er uns ausgesucht hat. Eigentlich wollten wir einen jüngeren Kater, aber Finch hat uns zugezwinkert. Wir würden uns freuen, wenn Finch bei den anderen Tieren auf der Regenbogenseite sein dürfte. Finch ist mit uns von Kiel aufs Land gezogen, hat seinen Magneten für die Katzenklappe mit Stolz getragen und diese Freiheit genossen. Er war unbestechlich - außer seinem Trockenfutter und Mäusen hat er nur mal ein wenig Frischkäse gefressen - hat sich aber immer um seine beiden Menschen gekümmert. Er mochte es nicht, wenn geraucht wurde und suchte sich dann einen Platz in Sichtweite. Aber ein mal, als er nach Hause kam und Tränen flossen hat er sich trotz der Zigarette auf den Schoß gesetzt. Er wußte eben, dass eine Katze der bessere Trost ist als eine Zigarette. Das ist wahre Freundschaft! Die Angst vor kleinen Kindern und lauten Menschen hat er nie verloren, Zollstöcke und die Träger einer Handtasche haben ihn auch in der Hand seiner Menschen nach fast sieben Jahren immer noch geängstigt. Im ersten Leben war ihm wohl verboten auf dem Sofa zu sitzen, er hat sich nie getraut, selbst hoch zu springen, war aber glücklich, wenn er hoch gehoben wurde. Er war auch immer bereit, sein Schläfchen zu unterbrechen, wenn er gerufen wurde um in den Garten zu gehen, zusammen ein Buch zu lesen oder zu spielen. Unser Verhältnis zu Finch war partnerschaftlich, manchmal haben wir gesagt, was Sache ist und er hat mitgemacht (Tierarzt, Zecken entfernen) meistens hat er Vorschläge gemacht und dann einfach mit dem Rücken zu uns gewartet bis wir mitmachten. Auch bei der Gestaltung seiner zahllosen Schlafplätze ist es ihm gelungen nicht selber an den Möbeln Hand anlegen zu müssen, bis sie nach seinen Vorstellungen standen oder der Wäscheschrank endlich nicht mehr abgeschlossen wurde, weil er doch so gerne drin lag. Das Handtuch zur Abdeckung der Wäsche hat er akzeptiert. Er hat uns oft zum Lachen gebracht, manchmal sogar eine richtige kleine Show als Kugelblitz, verspieltes Kätzchen oder gefährliches Raubtier. Jeden Abend bestand er auf einen Spaziergang mit uns, Besuche bei den Nachbarn mochte er besonders gern, auch wenn er nicht mit ins Haus durfte. Dann hat er ganz stolz vor der Tür gewartet, bis seine Menschen wieder nach Hause gingen und er sie begleiten konnte. Abends wurde er unruhig, wenn wir nicht rechtzeitig oder in der falschen Reihenfolge nach Hause kamen, mußte er sich schon mal beim Ersten beschweren, dass der andere noch nicht da war. Wenn man noch mal weg ging, wurde man immer bei der Gartenpforte erwartet. Das ist jetzt auch das Schlimmste - wenn man nach Hause kommt, ist da keiner, der sich freut. Keiner, der einen zum Stolpern bringt, weil er ganz nah sein will; kein Rücken wie ein Ausrufezeichen, der andeutet, dass in dieser Richtung das wahre Leben wartet, wenn man nur mit der Katze mitkommt; keine glückliche Katze, die innerhalb von Sekunden da ist, wenn die Luke zum Dachboden geöffnet wird, obwohl sie gerade nicht auffindbar war. Keiner, der einfach glücklich ist, weil er auf den Arm genommen wird. Am 24. Januar wurde Finch von seinem Leiden - er hatte Nierenversagen, Atemprobleme und trocknete aus - zu Hause von einer Tierärztin erlöst. Finch war 1995 als Fundkatze und im März 2001 als abgegebene Katze im Tierheim Uhlenkrog, er wurde ungefähr 15 Jahre alt. |




Guten Tag Frau Haase,